Torturm mit den Bögen 1 bis 3Alt und Neu, Bögen 1 und 2Bogen 2, Reliefs an den Bogenfeldern, Sandstein, 2006Bogen 3, Bogenfelder und Relief am Pfeiler Bogen 2, Sandstein, 2006Bogen 4, Wappen, Sandstein, 2008Bogen 4, Details des rechten Bogenfeldes und des Pfeilers, Sandstein, 2008Bogen 4, Sandstein, 2008Bogen 13, rechtes Bogenfeld und Detail des Pfeilerreliefs, Sandstein, 1998Bogen 13, Wappen und linkes Bogenfeld, Sandstein, 1998Bogen 15, Reliefs an den Bogenfeldern, Sandstein, 2000Bögen 15 und 16, Sandstein, 2000Bogen 16, Wappen, Sandstein, 2000

Neue Reliefs am Stadtgottesacker Halle / Saale

Seit 1996 arbeite ich im Auftrag der Stiftung Bauhütte Stadtgottesacker e.V. an neuen Reliefs für die Bögen am Stadtgottesacker in Halle/Saale. Die Arkaden des Stadtgottesackers bestehen aus 94 Schwibbögen aus dem 16. Jahrhundert, von denen 27 durch Kriegseinwirkung und anschließendem Verfall komplett zerstört wurden, so dass sie durch neue Bögen ohne Reliefschmuck ersetzt werden mussten.

Es ist das Ziel der Halleschen Stiftung Bauhütte Stadtgottesacker e.V., die Bögen der für die Anlage besonders wichtigen Nord-West-Seite mit neuen Reliefs und Inschriften zu versehen. Gerade diese Seite der Arkaden war besonders stark von der Zerstörung betroffen. Zwischen Bogen 1 und Bogen 17 konnten lediglich 4 Originale aus der Renaissance erhalten werden. Die denkmalpflegerische Zielsetzung sieht vor – da eine Rekonstruktion der Originale aufgrund fehlender Dokumentation nicht möglich ist, und weil Versuche in dieser Hinsicht im Ergebnis unbefriedigend waren – neu gestaltete, zeitgenössische Reliefs anbringen zu lassen. Sie sollen sichtbar neu sein, sich aber dennoch in das Renaissance-Ensemble einfügen.

Überzeugungsarbeit war zu leisten, damit es möglich werden konnte, an einem so hochrangigen Denkmal wie dem Stadtgottesacker derartiges zu machen. Meine Diplomarbeit im Jahr 1998 war der Anfang. Mit großem Aufwand entwarf ich das Relief für den ersten dieser neuen Bögen und führte es ihn in Sandstein aus. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt. Aufgrund des Resultates der Diplomarbeit wurde es möglich, weitere neue Bogenreliefs in gleicher Art Weise zu gestalten. In diesem Jahr werde ich das letzte noch fehlende Relief an der Nord-West-Seite ausführen.

Marcus Golter, 2010