Torturm mit den Bögen 1 bis 3Alt und Neu, Bögen 1 und 2Bogen 2, Reliefs an den Bogenfeldern, Sandstein, 2006Bogen 3, Bogenfelder und Relief am Pfeiler Bogen 2, Sandstein, 2006 Wappen an den Bögen 4 (oben) und 2 (unten) Sandstein, 2008 / 2009Bogen 4, Reliefs an den Bogenfeldern und am Pfeiler, Sandstein, 2008Bogen 11, Sandstein, 2010/11Wappen Bogen 11, Sandstein / Blei, 2011Bogen 13, Sandstein, 1998Bogen 15, Reliefs an den Bogenfeldern, Sandstein, 2000Bogen 16, Anschluss an ein Fragment aus dem 16.Jahrhundert, Sandstein, 2000Bogen 27, Apothekerbogen, Sandstein, 2011

Neue Reliefs am Stadtgottesacker Halle

Seit 1996 arbeite ich im Auftrag der Bauhütte Stadtgottesacker e. V. an neuen Reliefs für die Bögen am Stadtgottesacker in Halle/Saale. Die Arkaden des Stadtgottesackers bestehen aus 94 Schwibbögen aus dem 16. Jahrhundert, von denen 27 durch Kriegseinwirkung und anschließendem Verfall komplett zerstört wurden, so dass sie durch neue Bögen ohne Reliefschmuck ersetzt werden mussten.

Es ist das Ziel des halleschen Vereins Bauhütte Stadtgottesacker e.V., die Bögen der für die Anlage besonders wichtigen Westseite mit neuen Reliefs und Inschriften zu versehen. Gerade diese Seite der Arkaden war besonders stark von der Zerstörung betroffen. Zwischen Bogen 1 und Bogen 17 konnten lediglich 4 Originale aus der Renaissance erhalten werden. Eine Rekonstruktion der Originale ist aufgrund fehlender Dokumentation nicht möglich. Versuche in dieser Hinsicht waren im Ergebnis unbefriedigend. Daher sieht die denkmalpflegerische Zielsetung vor, neu gestaltete, zeitgenössische Reliefs anbringen zu lassen. Sie sollen sichtbar neu sein, sich aber dennoch in das Renaissance-Ensemble einfügen.

Überzeugungsarbeit war zu leisten, damit es möglich werden konnte, an einem so hochrangigen Denkmal wie dem Stadtgottesacker derartiges zu machen. Meine Diplomarbeit im Jahr 1998 war der Anfang. Mit großem Aufwand entwarf ich das Relief für den ersten dieser neuen Bögen und führte es ihn in Sandstein aus. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt. Aufgrund des Resultates der Diplomarbeit wurde es möglich, weitere neue Bogenreliefs in gleicher Art Weise zu gestalten. Inzwischen arbeite zusammen mit Martin Roedel und Maya Graber. Gemeinsam haben wir 2007 einen Entwurf unseres Lehrers Bernd Göbel in Stein gehauen. Nach 15 Jahren Arbeit habe ich im Jahr 2011 das letzte noch fehlende Relief an der Westseite ausgeführt.

Inzwischen haben wir begonnen, die sieben fehlenden Reliefs der Nordseite neu zu gestalten. Die Bögen 25 bis 29 sind zum Jahresende 2011 fertig gworden.

Marcus Golter, 2011